Haartransplantation mittels FUT Strip

fut hair transplant - not so effective as fue methodDie FUT Strip Technik stellt eine veraltete Haartransplantationsmethode zur Behandlung des Haarausfalls dar. Sie wurde zum ersten Mal in den 90er Jahren eingesetzt und wurde schnell weltweit verbreitet.
In den letzten Jahren wird sie immer weniger durchgeführt, da sie allmählich durch die weniger invasive FUE-Technik ersetzt wird. Dazu haben noch andere Gründe beigetragen. Die Ergebnisse nach Durchführung der FUE-Technik sind sehr eindrucksvoll ohne die Folgen der Haartransplantation mit der FUT-Strip-Technik.

Die FUE-Technik wurde weiterentwickelt und ermöglicht aktuell die Extraktion und Implantation einer großen Anzahl von Haarfollikeln, was in den vergangenen Jahren nur mit der FUT-Technik möglich war.

Ergebnisse nach Haartransplantation mit der FUT Strip Technik

Die wichtigsten Schritte der Haartransplantation mit der FUT Strip Technik zur Behandlung des Haarausfalls sind die folgenden:

  • Anzeichnen des Haarstreifens im Spenderbereich. Normalerweise liegt die Breite des entnommenen Haarstreifens zwischen 1-2 cm. Dies ermöglicht einen einfachen Wundverschluss mit Vermeidung der Bildung dystropher Narben. Die Streifen werden in der Regel aus dem Hinterkopf zwischen den Ohren entnommen
  • Lokalanästhesie entlang des Streifens (strip). In der Regel wird eine Lidocain-Adrenalin-Lösung appliziert.
  • Entnahme des Haarstreifens (strip). Der Haarstreifen wird durch eine beidseitige Inzision der Haut bis in das subkutane Fettgewebe hinein geschnitten. Anschließend wird der Streifen mit einem Skalpell oder mit einer chirurgischen Schere aus dem Fettgewebe entfernt. Zu diesem Punkt ist es von essentieller Bedeutung, dass der Hautschnitt nicht zu tief gemacht wird, da es zu einer Verletzung der umgebenden Nerven mit konsequentem postoperativen Taubheitsgefühl oder zur Bildung eines schmerzhaften Neuroms führen kann. Außerdem ist es sehr wichtig, dass eine ausreichende Hämostase nach dem Entfernen des Hautstreifens durchgeführt wird, denn die Region ist gut vaskularisiert und es besteht die Gefahr eines postoperativen Hämatoms oder einer Wunddehiszenz.
  • Wundverschluss. Der Wundverschluss wird in der Regel in Schichten mit subkutanem resorbierbaren Nahtmaterial in der Tiefe und mit vereinzelten Nylonfäden oder intradermaler kontinuierlichen Naht auf der höchsten Ebene durchgeführt. In den letzten Jahren wird eine komplexere Wundverschlusstechnik, der so genannte trichophytischer Wundverschluss (trichophytic closure) durchgeführt. Dabei wird der  Wundrand überlappend auf den anderen Wundrand genäht sodass Haare auch von der Narbe hinaus wachsen und somit keine haarlose Narbe entsteht.
  • Präparation der Transplantate. Der entnommene Haarstreifen (strip) wird vom spezialisierten Personal unter hochauflösenden Bildschirmikroskopen schrittweise präpariert.
  • Dadurch entstehen implantierbare Transplantate (grafts) mit geeignetem Durchmesser. Ein wesentlicher Nachteil dieser Technik FUT-Streifen ist die Tatsache, dass die meisten Transplantationsgruppen große Transplantate von 5 bis 10 Haaren (minigrafts) produzieren können. Diese sind wesentlich größer als die funktionelle follikuläre Einheiten, die normalerweise auf der Kopfhaut vorhanden sind, was zu einem unnatürlichen ästhetischen Ergebnis führt. Dies geschieht vor allem wenn die Transplantate am Haaransatz oder an der vorderen Haarlinie implantiert werden. Nur in wenigen Fällen kann das Endergebnis natürlich aussehen, wenn kleine Transplantate von 1-4 Haaren (micrografts) produziert werden, die mehr den normalen Haarfollikeln ähneln.
  • Implantation der Haarfollikel. Zur Implantation der Transplantate wird von der Mehrheit der Ärzte oder Kliniken die klassische alte Technik der Schaffung winzige Öffnungen mit einem Skalpell oder einer Nadel im Empfängerbereich mit anschließender Einführung der Implantate mittels einer Pinzette durchgeführt. Nachteil dieser Technik ist die intraoperative Blutung, welche zu einer signifikanten postoperativen Schwellung und Vernarbung der Donor-Region führt.

Ergebnisse der Haartransplantation mit der FUT-Strip-Technik

Die Ergebnisse der Haartransplantation mit der FUT Strip Technik sind vor allem von der Fähigkeit und Erfahrung des Transplantationsteams abhängig und können in Bezug auf die erreichte Haardichte ausgezeichnet sein.

In Bezug auf die Natürlichkeit des Ergebnisses zeigt sich die FUT – vor allem im Bereich der vorderen Haarlinie- im Vergleich zu der FUE-Technik unterlegen. Dies liegt an der Tatsache, dass bei der Präparierung des Haarstreifens (strip) große Transplantate produziert werden -die nicht den normalen Einzelfollikel, die normalerweise am Haaransatz vorhanden sind- ähneln. Die androgenetische Alopezie stellt ein dynamisches Phänomen dar und oft ist ein paar Jahren später eine zweite Operation erforderlich. Eine erneute Operation nach vorangegangener Sitzung mit der FUT strip Technik gestaltet sich als besonders schwierig. Der zweite Schnitt sollte parallel –entweder oberhalb oder unterhalb zum vorherigen Schnitt- gemacht werden (double-cut incision). Alternativ sollte der Schnitt in der vorhandenen Narbe erfolgen mit Folge die Bildung einer ästhetisch nicht akzeptabler Narbe.

Der Hauptnachteil der FUT-Methode, ist die Bildung von permanenten und dystropher Narben im Spenderbereich mit begleitendem chronischen Taubheitsgefühl oder Schmerzen der umgebenden Haut. Zudem wurde die Bildung schmerzhafter Neuromen im Bereich der Narbe beschrieben.

Mindestens 10,5% der Patienten beklagen chronische Schmerzen und 20-25% der Patienten Taubheitsgefühl im Bereich der postoperativen Narbe.

Das Komplikationsrisiko steigt enorm bei einer oder mehreren erneuten Operationen in der Zukunft.

Ein weiterer großer Nachteil stellt die Beschädigung der Haarfollikel während der Präparierung des Haarstreifens dar. Dadurch wird die Überlebensrate der transplantierten Haarfollikel deutlich reduziert. Auch die Schaffung kleiner Öffnungen im Empfängerbereich erhöht die intraoperative Blutung mit konsequenter Schwellung und postoperativen Schmerzen. Schließlich führt oft die Anwendung großer Transplantate zu schlechten kosmetischen Ergebnissen mit Puppenähnlichen Effekten (doll-like-effect).

Heutzutage besuchen oft Patienten spezialisierte plastische Chirurgen mit dem Wunsch einer Narbenrekonstruktion bzw. Narbenabdeckung nach vormaliger  Haartransplantation mit der FUT Strip Technik.

35-40% der Patienten, die mit der FUE-Technik in der Advanced Hair Clinics haartransplantiert werden, sind bereits zuvor einer Haartransplantation mit der FUT-Technik untergezogen. Diese Patienten suchen unsere Klinik mit dem Wunsch der Optimierung der Haardichte, Korrektur der vorderen Haarlinie und bei 15-20% der Fälle Verdeckung der postoperativen Narbe am Hinterkopf auf. Aus diesen Gründen wird die FUT Strip Technik aktuell immer seltener durchgeführt.

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