Alopezia

Die Alopezia wird durch einen generalisierten oder lokalisierten Haarausfall am Kopf oder Körper gekennzeichnet. Die Alopezie hat eine Auswirkung auf die psychische und soziale Sphäre des Patienten, da schönes und gesundes Haar immer ein Schönheitsideal für beide Geschlechter dargestellt hat.

Der Haarfollikel (Haarbalg) besteht aus Haarwurzel, Haarzwiebel, Haarschaft und der Talgdrüse.

Schäden im Bereich der Haarwurzel oder der Haarzwiebel können Haarausfall verursachen.Der Haarzyklus besteht aus der Anagen-(Haarwuchs), der Katagen- und Telogen-Phase (Haarausfall). Jede Störung in einer dieser Phasen führt zu Alopezie. Normalerweise befinden sich 90-95% der Haare in der Anagenphase und 5-10% in der Telogenphase. Ein Haarverlust von 50 bis 100 Haaren pro Tag gilt als physiologisch. Bei einem Haarverlust von über 100 Haaren pro Tag, spricht man dann von einer Alopezie. Diese wird in diesem Fall als telogenes Effluvium bezeichnet. Diese Form kommt häufig bei Eisenmangelanämie, endokriner sowie metabolischer Störungen vor. Durch eine Störung des Haarwuchses in der Anagenphase wird das sogenannte anagenes Effluvium induziert, welches zum Beispiel bei der Verabreichung chemotherapeutischer Substanzen und nach Bestrahlung von malignen Tumoren auftritt.

Alopezia-Ursachen

Alopezia ludwig scale

Die Alopezie kann anlage- oder hormonelbedingt sein oder kann durch chronische Entzündungen, Diabetes und Pilzinfektionen verursacht werden. Zu den häufigsten Ursachen gehören Schilddrüsenerkrankungen, Hypervitaminose A, Eisenmangel und Malnutrition. Chirurgische Eingriffe und die hormonelle Umstellung nach der Entbindung können vorübergehend Alopezie verursachen. Angstzustände und Stress, das tägliche Binden von Zöpfen und andere Friseurtechniken können zu der so genannten Traktionsalopezie führen.

In einigen Fällen kann die Alopezie eine autoimmune Genese haben. Beispiele autoimmunbedingter Alopezie sind die vernarbende Alopezie wie beim Lichen ruber, systemischen Lupus erythematodes, Sklerodermie, usw. Darüber hinaus kann die chronische Einnahme bestimmter Medikamente wie z.B. Antidepressiva, Kortison oder Hormonpräparate zum Haarausfall und Alopezie führen. Wenn das verantwortliche Medikament abgesetzt wird, ist meistens die Alopezie reversibel.

Die androgenetische Alopezie stellt die häufigste Form (über 90%) des männlichen Haarausfalls dar, während bei den Frauen die androgenetische Alopezie nur bei etwa 50 % der Fälle als Ursache des Haarausfalls erkannt wird. In der Kindheit sind die Alopecia areata und die Trichotillomanie (Ausreißen der eigenen Haaren in der Regel aus psychologischen Gründen) die häufigsten Ursachen des Haarausfalls.

Häufig ist die traumatisch bedingte lokalisierte Alopezie, welche nach Trauma, Verbrennungen, Unfällen etc. entsteht. Vermehrt kann eine lokalisierte Alopezie infolge einer vorangegangenen Haartransplantation mit der früher häufig eingesetzten FUT- oder Strip-Technik auftreten. Diese Technik ist mit einer postoperativen Narbenbildung im Bereich der Entnahme-Stelle okzipital (unterer  Hinterkopf) assoziiert.

Die traumatisch bedingte Alopezie betrifft hauptsächlich die behaarte Kopfhaut, ist jedoch auch im Gesicht vor allem im Bereich der Augenbrauen und der Bartregion zu sehen.

Alopezia – Klinisches Bild

norwood-hamilton alopezia

Das klinische Bild der Alopezie wird durch Haarausfall, Hautveränderungen und möglicherweise Narbenbildung gekennzeichnet. Der Haarausfallprozess geschieht schrittweise. Bei einer Beobachtung der betroffenen Bereiche sieht man eine Haarausdünnung und die Haare befinden sich in der Telogenphase. Bei jedem neuen Haarzyklus verlieren allmählich die Haare ihrer Wachstumsdynamik und degenerieren. Der lange Prozess der Ausdünnung und Degeneration der Haare wird als Miniaturisierung bezeichnet. Schließlich kommt es zu einer kompletten Degeneration und Zerstörung des Haarfollikels. Im Bereich der betroffenen Areale ist eine transparente dünne Haarschicht aus Terminal-Vellushaaren zu sehen. Das Haarkleid bei der androgenetischen Alopezie des Mannes folgt einem charakteristischen Ausprägungsmuster und wird durch eine Verdünnung bis zum kompletten Fehlen von Haaren im Bereich der Haar-Stirn-Grenze (Geheimratsecken), der Schläfen sowie parietal und okzipitoparietal (Tonsur) gekennzeichnet.

Bei der androgenetischen Alopezie der Frau zeigt sich eine diffuse Haarlichtung vor allem im Scheitelbereich frontoparietal. In der Regel bleibt ein dicht behaarter Haarsaum im Bereich der vorderen Haarlinie (Hairline) erhalten. Auch seitlich und am Hinterkopf findet sich nach wie vor dichtes Haar.

Im Vergleich zu Männern ist bei Frauen das komplette Fehlen von Haaren in einer  bestimmten Lokalisation seltener. Die Persistenz einer dünnen okzipitalen und parietalen kranzförmigen Restbehaarung ist ein Phänomen, das auch bei älteren Patienten weltweit beobachtet wird. Dieses stellt die so genannte konstante Haarwuchszone dar, welche als Donor-Region bei der Haartransplantation dient.

Auf einer mikroskopischen Ebene konnte gezeigt werden, dass die Haarfollikel der konstanten Haarwuchszone keine Androgenrezeptoren besitzen, sodass sie weniger empfindlich auf die Wirkung von Androgenen und somit dem Haarausfall reagieren.

Die Alopezie unterscheidet sich in der lokalisierten, diffusen und totalen Alopezie, sowie der vernarbenden und nicht vernarbenden Alopezie..

Alopezia- Diagnose

Der Schlüssel zur Behandlung der Alopezie ist die richtige Diagnosestellung.

Die diagnostischen Methoden bei Alopezie sind folgende:

* Der Haarzupftest (pull test). Dadurch kann der Haarverlust bestimmt werden.

Der Arzt greift einen Haarbüschel zwischen Daumen und Zeigefinger und versucht mit sanftem Zug Haare an verschiedenen Stellen schmerzlos heraus zu zupfen (zu epilieren). Diese werden im Anschluss mikroskopisch untersucht. Dabei handelt sich um die klassische diagnostische Methode des Trichogramms.

Das klassische Trichogramm kann sichere Auskünfte über die Anzahl und den prozentuellen Anteil der Haare in der Anagen- und Telogenphase geben. Dadurch kann bestimmt werden, ob die Balance zwischen den Haarwachstumsphasen gestört wurde. Zudem können dystrophische Haare und Alopezie-führende Schäden im Bereich der Haarwurzel oder der Haarschaft erkannt werden.

* Bei differenzialdiagnostischen Problemen kann die Entnahme einer Probebiopsie zur einer sicheren Diagnosestellung beitragen. Sie ist vor allem bei unklarem klinischen Bild, kreisrunder und vernarbender Alopezie sehr hilfreich.


* Schließlich stellt das Phototrichogramm das modernste diagnostische Verfahren bei der Alopezie dar. Dabei wird mittels einer speziellen digitalen Mikrokamera die Form der Alopezie beurteilt und bestimmt. Das Phototrichogramm kommt in der Advanced Hair Clinics zur Beurteilung der Alopezie und Auswahl der geeigneten Behandlungsmethode zum Einsatz. Insbesondere durch die Anwendung der spezifischen Follysis-Software wird eine digitale Analyse der Bilder aus betroffenen und gesunden Arealen der Kopfhaut durchgeführt. Dadurch werden das Ausmaß des Problems in den betroffenen Bereichen, die Anzahl der Haarfollikel und die durchschnittliche Anzahl der Haare pro Follikel und deren Haardurchmesser bestimmt und mit Referenzwerten aus einem gesunden Bereich der Kopfhaut verglichen.

Die Reduktion des Haardurchmessers stellt ein frühes prognostisches Zeichen der Entstehung und des Verlaufs der Alopezie dar.

Zuerst wird die Form der Alopezie durch die Dermatologin und den plastischen Chirurgen der Klinik diagnostiziert. Im Anschluss wird gemeinsam das passende Behandlungskonzept ausgewählt. Advanced Hair Clinics gehört zu den hochspezialisierten Zentren in der Behandlung der Alopezia in ganz Europa. Der plastische Chirurg Dr. Anastasios Vekris gilt als Pionier auf dem Gebiet der chirurgischen Wiederherstellung der Alopezia.

Alopezia-Klassifikation

Die Klassifikation der Alopezia ist folgende:

KLASSIFIKATION DER ALOPEZIE

Α.  NICHT VERARBENDE ALOPEZIE
I. Physiologische Alopezie
II. Alopecia areata
III. Androgenetische Alopezie
IV. Alopezie durch endogene und exogene Auslöser
i) Diffuse Alopezie nach Trichogramm
a) Telogene Alopezie oder telogenes Effluvium
b) Dystrophische oder anagene Alopezie
c) Gemischte Alopezie
ii) Diffuse Alopezie nach verschiedener wirkungsschädlicher Parameter
a)  Diffuse Alopezie bei endokriner Störung
b)  Diffuse Alopezie durch chemische Noxen und Medikamente
c) Diffuse Alopezie durch Ess- und metabolische Störungen
d) chronische diffuse Alopezie
V) traumatisch bedingte Alopezie
i)  Trichotillomanie
ii) Traktions alopezie

Β) VERNARBENDE ALOPEZIE

  • pathologisch vernarbende Alopezie
    1. Lichen ruber
    2. Systemischer Lupus erythematodes, Sklerodermie
  • Andere autoimmunbedingte Erkrankungen
  1. Tumorbedingte Alopezie (Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom der Haut)
  2. Entzündlich bedingte (bakterielle, virale oder Pilzinfektionen)
  3. Kongenitale Alopezie (Ichthyose, kongenitale Hautaplasie)
  • Traumatisch bedingte vernarbende Alopezie
    1. nach Trauma oder Verbrennung
    2. nach Bestrahlung
  • postoperative Vernarbung

IV.Narbenbildung nach Haartransplantation mittels FUT oder Strip-Methode

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